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Frankfurter Rundschau: Plutos Comeback

Wie ein UFO schwebt eine Kugel mit einem Silberring über dem Eis. Wesen der Unterwasserwelt und trommelnde Samurais gleiten über die glitzernde Fläche. Die Neonfarben tanzen – die neueste Show von Holiday on Ice feiert am Donnerstagabend in der Festhalle Premiere. Sie verspricht, eine galaktische Reise durch Raum und Zeit zu werden.

“Energia” heißt die neue Produktion und steht unter dem Motto “Je positiver man durch das Leben geht, desto mehr Energie strahlt man aus” von Regisseur Kevin Cottam. 2009 ist ein großes Jubiläumsjahr: Zum 65. Mal zieht die Eisschau durch die Welt, in Deutschland dieses Mal von Hamburg bis Zwickau. Die Winterferien gaben damals, am 25. Dezember 1943, der Show Holiday on Ice ihren Namen. In einem Hotel in Toledo/ USA wurde die Eisshow zum ersten Mal uraufgeführt.

Viele Familien mit Kindern sind am Donnerstagabend gekommen, um sich Tänzer und Tänzerinnen auf den Kufen anzusehen. Die meisten von ihnen sitzen in dicken Jacken auf ihren Stühlen, eingemummelt in Mütze und Schal. Nur drei Viertel der Sitzreihen in der Halle sind besetzt.

Um das Problem der leeren Reihen zu verkleinern, holt der Veranstalter, das Stage Entertainment, alljährlich Prominente aufs Eis. In diesem Jahr sind es die Damen Magdalena Brzeska und Galina Sauchyts, beide mehrfache deutsche Meisterinnen der Rhythmischen Sportgymnastik. Ihr Auftritt allerdings läuft ganz ohne Schlittschuhe ab. Dafür schwingen sie turnend auf einem unsichtbaren Teppich rote Bänder zur Melodie aus der Oper Carmen – bis eines der Bänder im Kugel-Ufo hängenbleibt.

Eiskunstläufer aus 18 verschiedenen Nationen gleiten, schweben und drehen sich über zwei Stunden für “Energia”, werden zu Dschungeltieren, zu goldenen Vögeln und Schwänen, wiegen sich zu sanften und rockigen Tönen. Das Farbenspiel des Lichtes taucht das Ganze in eine Zauberwelt.

Die Clowns “Ein” und “Stein” verwirren da das Publikum erst einmal. Sie sind das aufwühlende Element.

Wer genau aufpasst, entdeckt: Über der Eisfläche schweben neun Planeten und nicht acht. Dabei wurde Pluto, dem neunten Planeten, vor knapp drei Jahren der Planetenstatus aberkannt, nicht aber vom Bühnendesigner von Holiday on Ice. Bewusst oder unbewusst, bleibt an dieser Stelle offen.

Während die Lichteffekte tanzen, und spektakuläre Projektionen zu sehen sind, fällt so mancher Eiskunstläufer aufs Eis und so mancher Zuschauer in einen Sekundenschlaf – ermüdet von vielen Farben und wenig Handlung.

Originally published in the Frankfurter Rundschau, 9 January 2009: http://www.fr-online.de/rhein-main/eisschaulaufen-plutos-comeback,1472796,3387612.html

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This entry was posted on January 9, 2009 by in Books & Arts.

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In a crowded London shop
An open book and empty cup 

On the marble table-top.
While on the shop and street I gazed

My body of a sudden blazed;
And twenty minutes more or less It seemed, so great my happiness,

That I was blessed and could bless.

- Yeats

Always to shine,
to shine everywhere,
to the very deeps of the last days,
to shine—
and to hell with everything else!
That is my motto—
and the sun’s!

- Mayakovsky

Can it pull extraordinary faces?
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